Aktualisiert am 24.09.2026
Die ETS 6 ist die aktuelle Software der KNX Association, mit der du KNX-Geräte parametrierst, miteinander verknüpfst und in Betrieb nimmst. Für ein privates Einfamilienhaus reicht häufig die ETS 6 Home. Sie kostet aktuell 350 € zzgl. MwSt. und unterstützt ein Projekt mit bis zu 64 KNX-Geräten. Die ETS 6 Professional kostet 1.000 € zzgl. MwSt. und erlaubt eine unbegrenzte Anzahl an Projekten und Geräten. Neu angeboten wird mittlerweile die ETS 6; ältere ETS-Versionen wie ETS 5 werden nicht mehr unterstützt.
Das Wichtigste in Kürze:
- Die ETS 6 hat die ETS 5 abgelöst und ist die aktuell unterstützte Version der KNX Association.
- Es gibt sie in drei Lizenzvarianten: Home, Lite und Professional.
- Am grundsätzlichen Vorgehen mit Gebäudestruktur, physikalischen Adressen und Gruppenadressen hat sich wenig geändert.
- Neu sind vor allem die modernisierte Oberfläche, die bessere Einbindung von KNX-RF und die Unterstützung von KNX-IoT-Funktionen.
- Die ETS selbst zu bedienen ist dabei nur ein Teil der Aufgabe. Anspruchsvoller wird es meist bei der Planung und Verknüpfung komplexerer Funktionen.
Viele technikbegeisterte Bauherren möchten die letzte Phase ihres Smart-Home-Projekts selbst in die Hand nehmen: die Programmierung der Automationen. Die dafür nötige Software ist frei verkäuflich, und den Umgang damit kannst du dir über Kurse oder im Selbststudium aneignen.
Vor dem Kauf stellen sich aber fast immer dieselben Fragen: Welche Lizenz brauche ich, was kostet sie – und was kann die ETS 6 besser als die ETS 5, mit der viele Planende ihr Smart Home bereits erfolgreich zum Leben erweckt haben?
In diesem Beitrag bekommst du einen Überblick über Lizenzen und Kosten, die wichtigsten Neuerungen, den Ablauf eines ETS-6-Projekts und die Stolpersteine, an denen wir Selbstprogrammierer in der Praxis am häufigsten scheitern sehen.
Was ist die ETS und wofür wird sie verwendet?
Die Engineering Tool Software, kurz ETS, ist die herstellerübergreifende Software der KNX Association für die Konfiguration und Inbetriebnahme von KNX-Anlagen. Die ETS6 ist die aktuelle Version und kam 2021 auf den Markt.
Mit der ETS legst du fest, welche Geräte miteinander sprechen und was dabei passiert:
Du stellst die Verknüpfungen zwischen den Kommunikationsobjekten her – etwa von einem Taster oder Präsenzmelder zu dem Aktor, der das Licht schaltet, damit jedes KNX-Gerät genau den Befehl ausführt, den du festgelegt hast.
Wie das KNX-System als Ganzes funktioniert, erklären wir in Was ist KNX?.
Klingt kompliziert? Wer einmal das Vorgehen verstanden hat, kann mit der ETS die Automationen für sein gesamtes Haus samt Außenbereich einrichten.
Wie viel kostet die ETS 6 und welche Lizenzen gibt es?
Für ein privates Einfamilienhaus ist meist die ETS 6 Home die passende Lizenz, solange du mit bis zu 64 Geräten in einem Projekt auskommst. Wer mehrere größere Projekte betreut oder mehr Geräte braucht, benötigt die ETS 6 Professional.
Je nach Lizenzart erhältst du die ETS entweder als Software-Lizenz mit Online-Aktivierung oder in Verbindung mit einem USB-Dongle. Die folgende Übersicht zeigt die aktuell verfügbaren Varianten:
| Lizenz | Kosten (ohne MWSt) | Anzahl Geräte/Projekte | Für wen geeignet? |
| ETS 6 Professional | €1000 | Unbegrenzt | Professionelle Installateure |
| ETS 6 Home | €350 | 64 Geräte, ein Projekt | Privater Gebrauch |
| Die ETS6 Lite | €200 | 20 Geräte pro Projekt. Anzahl der Projekte unbegrenzt | Einsteiger, Schulungen und kleine KNX-Projekte, 3 Monate kostenlos nach eCampus (ab 85 %) |
| KNX Virtuell | kostenlos | Feste virtuelle Geräteauswahl | KNX-Simulation ohne Hardware, Projekte konfigurieren und testen, KNX kennenlernen und ausprobieren |
Stand: 09/2026, Quelle: Upgrades zwischen den Lizenzen sind möglich, die Konditionen findest du in den Lizenzinformationen der KNX Association.
Die Softwarelizenz ist allerdings nur ein Teil der Rechnung. Wie sich die Eigenleistung beim KNX-System insgesamt rechnet, haben wir in einer eigenen Beispielrechnung durchgespielt.
So läuft ein Projekt in der ETS 6 ab
Ein ETS-6-Projekt folgt denselben Schritten wie in der ETS 5: Gebäudestruktur anlegen, Geräte einfügen, Geräte beschreiben und parametrieren, Gruppenadressen anlegen und verknüpfen, dann in Betrieb nehmen. Wenn du die ETS 5 kennst, findest du dich sofort zurecht.
Die Grundbegriffe wie physikalische Adresse und Gruppenadresse erklären wir ausführlich in KNX-Programmierung lernen – ETS5 Grundlagen und Anleitung.
Hier noch einmal alle wichtigen Schritte zusammengefasst:
Projektstruktur aufsetzen
Damit dein Smart Home später zuverlässig tut, was es soll, ist es wichtig, das Projekt sauber anzulegen. Dafür musst du zuerst die Gebäudestruktur mit ihren Stockwerken und Räumen abbilden.
Durch Hinzufügen von Gebäudeteilen, Etagen und Räumen ergibt sich eine hierarchische Struktur, ähnlich dem Ordnersystem bei Windows. ETS 6 bietet dir dabei einen bunten Mix an Symbolen, um die Übersichtlichkeit durch die graphischen Elemente zu erhöhen.

Physikalische Adressen vergeben
In den Räumen gibt es nun eine Reihe an Automatismen, die durch den Steuerungsbefehl eines Sensors oder Tasters ausgelöst werden. Zum Beispiel soll in deinem Wohnzimmer die Steuerung der Beleuchtung über einen Präsenzmelder und einem Taster erfolgen.
Dazu müssen die smarten Komponenten miteinander kommunizieren. Vergleichbar mit der Zustellung eines Briefes per Post, benötigt jedes Gerät eine eindeutige Adresse, wir sprechen in der KNX-Welt von sogenannten physikalischen Adressen.
Wie schaut das Ganze in der Praxis aus? Die Software nimmt dir bei der Vergabe der physikalischen Adressen bereits viel Arbeit ab. Deine Aufgabe ist es an dieser Stelle lediglich, den Katalog in deinem Projekt zu öffnen, über die Suchleiste via Artikelnummer das Produkt ausfindig machen und es dann in den jeweiligen Raum hineinzuziehen.
Konkret: Der Taster und der Präsenzmelder werden jeweils in dem Produktkatalog gesucht und in den Raum “Wohnzimmer” hineingezogen. Für die Steuerung wird zusätzlich noch ein Aktor benötigt, der dann in den “Technikraum” per drag and drop seinen Platz findet.

Voraussetzung aber ist, dass die ETS mit den entsprechenden Produktdatenblätter der Hersteller gefüttert ist. Diese musstest du früher auf der Herstellerseite herunterladen und in die Software importieren. Inzwischen sind fast alle Produkte im von der Konnex gepflegten Online-Katalog hinterlegt.
Gerät beschreiben und Parameter einstellen
Nach dem Einfügen der Geräte in die jeweiligen Räume, ist der nächste Schritt, diese möglichst eindeutig zu beschreiben und weitere Einstellungen vorzunehmen. Es muss schließlich festgelegt werden, was der jeweilige Aktor schalten, oder welche Funktionen ein Tastendruck auslösen soll. Eine sprechende, eindeutige Bezeichnung für den Taster aus unserem obigen Beispiel wäre z.B. TS Wohnen Tür Süd. Unter dem Reiter Parameter stellst du dann die Tastenbelegung ein, sprich was die Tastenberührung im Raum bewirkt (Taste 1 Licht schalten, …).

Im Anschluss beschriftest du das entsprechende Gerät mit der eindeutigen Beschreibung, sodass die Zuordnung der Geräte zu den vorgesehenen Positionen bei der Montage unmissverständlich ist.
Gruppenadressen erzeugen
Der nächste Schritt ist essenziell. Denn jetzt werden die Adressen bestimmt, über welche die zusammengehörigen smarten Geräte miteinander verbunden werden.
Dafür musst du keine Programmiersprache beherrschen, sondern lediglich die korrekte hierarchische Struktur anlegen und die Kommunikationsobjekte dort richtig einordnen.
Struktur anlegen:
In einem neuen Fenster in deinem Projekt legst du nun eine 3 Ebenen-Struktur an, aus der die Gruppenadresse resultiert:
- 1. Ebene: Gebäudeteil (Erdgeschoss, Obergeschoss…)
- 2. Ebene: Gewerk (Beleuchtung, Jalousien, …)
- 3. Ebene: Funktionen (z.B. Wohnen Beleuchtung an/aus)
Die drei Ebenen nennt man auch Hauptgruppe, Mittelgruppe und Untergruppe. Bei der Erstellung bist du bis zu einem gewissen Grad flexibel. So kannst du dir deine Gruppenadressen auch so aufbauen, dass deine Hauptgruppe (1.Ebene) die Gewerke sind und die 2. Ebene (Mittelgruppe) der Gebäudeteil.
Das Gewerk Beleuchtung könnte mit der Nummer 1 gekennzeichnet sein, die Beschattung mit der 2, usw. Die Gruppenadresse für das Schalten der Beleuchtung im Wohnzimmer würde demnach Erdgeschoss / Beleuchtung / Wohnen Beleuchtung an/aus oder 2/1/1 lauten. Die Gruppenadresse für die Steuerung der Flurbeleuchtung im EG wäre demnach 2/1/2.
Nun öffnest du ein zweites Fenster „Gebäudeansicht“, wählst das jeweilige Kommunikationsobjekt aus und ziehst es in die dazugehörige Gruppenadresse. Wenn beispielsweise Taste 1 und Taste 3 unseres Tastsensors die Beleuchtung im Wohnzimmer schalten, werden diese und der dazugehörige Aktor in die Gruppenadresse Erdgeschoss / Beleuchtung / Wohnen Beleuchtung an/aus (2.1.1) gezogen.

Unter dem Reiter Topologie kannst du nachprüfen, ob die ETS all deine Geräte korrekt zu der Linie hinzugefügt hat und hast die Möglichkeit ggf. noch weitere Geräte wie Linienkoppler und Spannungsversorgungen hinzuzufügen oder anderweitige Anpassungen vorzunehmen.
Im Anschluss erfolgt die Inbetriebnahme der Anlage und die Erstellung der Dokumentation.

Achtung Stolpersteine!
Die Lizenz zu erwerben und die Software zu installieren, bereitet in der Regel keine Probleme. Viele YouTube-Videos erklären, wie man ein neues Projekt anlegt, physikalische Adressen sowie Gruppenadressen vergibt und die Geräte miteinander verknüpft.
Aber das ist nur die halbe Miete. Der erste Schritt – nämlich zu verstehen, wie die Software bedient werden muss, um Strukturen und Geräte mit einfachen Abhängigkeiten abzubilden – ist erst der Anfang.
Viele scheitern erfahrungsgemäß am mangelnden Know-how, wenn es darum geht, komplexere Sachverhalte korrekt in der ETS abzubilden. Sprich: Parametrieren ist mehr als das reine Beherrschen der Software.
Im Grunde genommen sind zwei Aspekte essenziell:
- Vollständige und übersichtliche Strukturen schaffen
Die erfolgreiche Parametrierung deines Gebäudes steht und fällt mit der gewissenhaften Aufstellung des Grundgerüsts in der Software. Dazu gehört beispielsweise:
- das korrekte Anlegen des Gebäudemodells mit Räumen
- vollständige und nachvollziehbare Gruppenadressstrukturen (wichtig z. B. für Wartung oder nachträglich hinzukommende Geräte)
- eine saubere Beschreibung jedes Produkts in der Kommentarfunktion sowie die Passung zum Grundriss
- Details/komplexe Szenen verstehen und darstellen
Das folgende Beispiel soll zeigen, dass die Abbildung interagierender KNX-Geräte in ETS schnell komplex werden kann. Dies fängt schon bei scheinbar „einfachen“ Wenn-Dann-Abhängigkeiten an.
Beispielsweise: Wenn die Sonne auf eine bestimmte Fassadenseite fällt, dann soll eine Beschattungsautomatik greifen und die Raffstores auf eine bestimmte Position fahren. Daraus können eine Reihe weiterer Anforderungen resultieren:
Im Büro sollen die Raffstores nicht so weit herunterfahren wie im Wohnzimmer. Oder: Der manuelle Eingriff über den Taster soll möglich bleiben, aber die Beschattungsfunktion soll automatisch wieder greifen, wenn ein Präsenzmelder keine Person mehr im betreffenden Raum erkennt.
Im nachfolgenden Video findest du weitere Beispiele, die alle das Gleiche belegen: Für komplexe Szenarien braucht es vertieftes Wissen.
Neue Funktionen der ETS 6 auf einen Blick
Die ETS6 bringt vor allem eine modernisierte Oberfläche, parallel geöffnete Fenster, KNX-IoT-Unterstützung und eine einfachere Einbindung von KNX-RF-Geräten. Das Grundprinzip der Parametrierung bleibt dabei weitgehend gleich.
Verbesserte Übersichtlichkeit und smartere Workflows
Wer die ETS 6 auf seinen Rechner öffnet, wird von einem strukturierten Dashboard begrüßt. Die Listenansicht von ETS 5 ist einer ansprechenden Kacheloptik mit Bildern der einzelnen Projekte gewichen. Zu jedem Bauvorhaben kannst du Metadaten hinterlegen und Schlagwörter definieren, mit denen es sich besser einordnen lässt.

Der grüne Haken an jedem Bildchen zeigt an, dass das Projekt mit dem Archiv synchronisiert ist. Mehrere Mitarbeitende können das Archiv gemeinschaftlich verwenden, wobei aber kein gleichzeitiges Bearbeiten desselben Projektes möglich ist.
Eine erhebliche Erleichterung stellt die Multi-Window Ansicht dar: Mehrere Fenster oder sogar ETS-Instanzen können gleichzeitig auf einem Endgerät geöffnet werden. Damit ist es möglich zwischen zwei Projekten schnell zu wechseln oder Projekte untereinander besser zu vergleichen, bzw. Teile zu übertragen.
Auch innerhalb einer Ansicht steht beim Arbeiten Effektivität im Vordergrund: Die Pfeilnavigation lässt durch Anklicken des Zurückpfeils ohne Umwege ein Wechseln in die vorherige Ansicht zu.

Dazu kommen ein verbessertes Update-Tool mit Benachrichtigungen und Versionshinweisen sowie Assistenten für die Online-Fehler- und Installationsdiagnose.
Offenheit durch KNX IoT
Die KNX-Welt hat sich gegenüber IoT weiter geöffnet. Grundlage dafür sind standardisierte semantische Informationen, die den Daten in der ETS zusätzliche Bedeutung geben.
So lässt sich nicht nur erkennen, welche Gruppenadresse angesprochen wird, sondern auch, welche Funktion dahintersteckt und welchem Bereich der Anlage sie zugeordnet ist. Diese Standards wurden innerhalb der KNX Association entwickelt und erleichtern die Kommunikation zwischen KNX und anderen Systemen.
Bei der Anbindung eines KNX-fremden Systems war es bisher häufig so, dass Gruppenadressen über ein Gateway oder eine andere Schnittstelle eingebunden wurden. Zusätzliche Informationen wie Ort, Datentyp oder funktionale Zusammenhänge mussten dann oft im jeweiligen Fremdsystem separat hinterlegt werden.
Eine standardisierte Schnittstelle schafft hier eine gemeinsame Basis. Die funktionsbeschreibenden Informationen können über eine API bereitgestellt und von passenden KNX-fremden Clients genutzt werden.
Die ETS6 bietet dafür einen semantischen Datenexport, der relevante Informationen aus dem KNX-Projekt enthält und so die Einbindung in IoT-Anwendungen erleichtert.
Neueste Ergänzungen: KNX RF Multi
Was ist KNX-RF?
Neben dem klassischen Buskabel (Twisted Pair) gewinnen Funkgeräte wie Funktaster oder Funkrauchmelder an Bedeutung – beim Nachrüsten, aber auch dort, wo kein Buskabel hinkommt, etwa bei einem Taster an einer Glaswand. Diese drahtlose Variante heißt KNX-RF (Radio Frequency).
ETS 6 und KNX-RF
KNX RF Multi arbeitet mit mehreren Funkfrequenzen sowie schnellen und langsamen Übertragungsmodi. Ein Tastendruck soll beispielsweise möglichst schnell übertragen werden, während sich die Übermittlung eines Temperaturwerts etwas mehr Zeit lassen kann. ETS6 nimmt die passenden Frequenzeinstellungen für die jeweilige Verbindung automatisch vor.
Gerade bei Funk ist eine sichere Kommunikation wichtig. ETS6 unterstützt KNX Secure und den Secure Proxy. Mit Letzterem können sichere KNX-Geräte auch in bestehende Anlagen mit älteren, nicht verschlüsselt kommunizierenden Geräten integriert werden, ohne dass die gesamte Installation ausgetauscht werden muss. Mehr darüber erfährst du in unserem Beitrag zur Sicherheit im KNX-Bussystem.
Verbesserte Topologie durch Segmentkoppler
KNX-RF und KNX-Twisted Pair können miteinander kommunizieren. In ETS5 mussten RF-Geräte dafür in einer eigenen RF-Linie angelegt werden, die über einen Medienkoppler mit der restlichen KNX-Topologie verbunden wurde. Dadurch gehörten die RF-Geräte zu einer anderen Linie und erhielten entsprechend physikalische Adressen aus diesem Linienbereich.
Auch die ETS6 verwaltet das klassische Twisted Pair und KNX-RF als unterschiedliche Medientypen. Neu ist, dass durch einen Segmentkoppler innerhalb einer Linie verschiedene Segmente mit unterschiedlichen Medientypen miteinander verbunden werden können.
Der Parametrierende muss für die RF-Geräte also nicht mehr zwingend eine zusätzliche Linie anlegen, wie es bei ETS5 noch notwendig war. Die bestehende Adressstruktur der Linie kann dadurch erhalten bleiben und RF-Geräte lassen sich einfacher in eine vorhandene KNX-Installation integrieren.

Lohnt sich ein Update?
Wer bisher gut mit ETS5 zurechtgekommen ist und keine neuen Funktionen benötigt, kann bestehende Projekte grundsätzlich weiterhin damit bearbeiten. Allerdings wird ETS5 nicht mehr unterstützt. Wer neue Projekte plant oder regelmäßig mit aktuellen KNX-Geräten arbeitet, sollte deshalb auf ETS6 umsteigen. Neueinsteiger können ohnehin nur noch ETS6 neu erwerben.
+ Workflow und Übersichtlichkeit
Die ETS 6 bietet eine verbesserte Benutzererfahrung, da die Gebäudestruktur innerhalb des Projektes und das Dashboard optisch ansprechender gestaltet sind. Die parallele Fenstereröffnung erhöht die Vergleichbarkeit von Projekten und das schnelle Wechseln der Ansichten innerhalb eines Projektes.
Am Parametrierungsvorgang ändert sich nichts Grundlegendes. Durch das Anlegen der Gebäudestruktur und das Hineinziehen der Geräte ergeben sich die physikalischen Adressen. Die Beschreibung der Funktionen und die Verknüpfung der Kommunikationsobjekte über die Gruppenadressen erfolgt ebenfalls wie in ETS 5.
+ Offenheit
Die ETS 6 ist auf jeden Fall offener für die Integration weiterer Geräte, wie KNX-RF- Komponenten. Mit dem Einsatz von Segmentkopplern sorgt ETS 6 für eine unkomplizierte Integration von Funkgeräten in die Topologie des Smart-Home-Projektes.
Wie lerne ich das Programmieren mit der ETS?
Für den Einstieg reichen kostenlose Tutorials. Wenn du dein Smart Home vollständig selbst programmieren willst, brauchst du strukturiertes Wissen, das über die Bedienung der Software hinausgeht.
Frei verfügbare Videotutorials, zum Beispiel auf YouTube, enden meist dort, wo vertieftes Fachwissen beginnt. Welche Lernwege es gibt, zeigen wir dir in unseren Online-Kursen und Tutorials im Überblick.
Wenn du dein Smart Home selbst programmieren möchtest, empfehlen wir dir unseren ETS-Kurs: Damit erhältst du das komplette Know-how, um alle individuellen Anforderungen an dein Smart Home in Steuerungsbefehle umzusetzen.
Du bist Bauherr und willst dein Smart Home nicht nur selbst programmieren, sondern auch planen?
Mit unserer KNX-Masterclass lernst du Schritt für Schritt alles Wichtige für die Planung und wirst von unseren Experten sicher durch den Prozess geführt. Die Parametrierung mit der ETS ist dabei ein eigener, umfassender Themenblock – von den Basics bis zu fortgeschrittenem Wissen. Du stellst deine Fragen, bekommst individuelle Korrekturen zu deiner Planung und profitierst langfristig von deinem Meisterwerk der Technik.
Fazit
Die ETS6 ist heute die aktuelle und aktiv unterstützte Software für KNX-Projekte. Neu kaufen kannst du keine ältere ETS-Version mehr. Für das eigene Einfamilienhaus reicht meist die ETS6 Home, während professionelle Anwender bei größeren oder vielen Projekten in der Regel zur Professional-Lizenz greifen.
Die Neuerungen machen die Arbeit übersichtlicher und erleichtern die Einbindung von KNX-RF und IoT-Anwendungen. Am Grundprinzip der Parametrierung ändert sich aber wenig. Entscheidend für ein funktionierendes Smart Home ist deshalb nicht allein die ETS-Version, sondern vor allem eine saubere Struktur und das Wissen, auch komplexere Abhängigkeiten richtig abzubilden.
FAQ
Gibt es die ETS6 kostenlos?
Eine dauerhaft kostenlose Vollversion gibt es nicht. Die KNX Association bietet eine kostenlose Testversion an, die auf 5 Geräte pro Projekt begrenzt ist und sich zum Ausprobieren eignet. Nach erfolgreichem Abschluss des kostenlosen KNX eCampus mit mindestens 85 % erhältst du außerdem eine ETS6 Lite für drei Monate kostenlos.
Kann ich ETS5-Projekte in der ETS6 öffnen?
Ja. Projekte aus ETS5 lassen sich in ETS6 importieren und dort weiterbearbeiten. Sobald ein Projekt jedoch in ETS6 bearbeitet und anschließend wieder exportiert wurde, kann es nicht mehr in ETS5 importiert werden.
Brauche ich für die ETS6 einen USB-Dongle?
Nicht zwingend. Die ETS6 kann je nach Lizenz entweder cloudbasiert oder über einen USB-Dongle aktiviert werden. Die Cloud-Lizenz benötigt während der Nutzung eine stabile Internetverbindung. Ein Dongle ermöglicht dagegen die Nutzung ohne dauerhafte Internetverbindung und kann einfach zwischen verschiedenen Rechnern gewechselt werden.
Reicht die ETS6 Home für ein Einfamilienhaus?
In vielen Einfamilienhäusern ja, solange das Projekt mit maximal 64 KNX-Geräten auskommt. Bei umfangreicheren Anlagen kann diese Grenze erreicht werden.

Jana Wilke leitet die Redaktion bei CASAIO und ist Co-Autorin des Buches „Dein Weg zum Smart Home“ sowie des zugehörigen Arbeitsbuches „Dein Smart-Home-Planer“. Als ausgebildete Lehrerin mit Hauptfach Germanistik liegt ihre Stärke darin, komplexe Smart-Home- und KNX-Themen verständlich aufzubereiten, damit Bauherren ihr Projekt mit einem klaren Plan angehen können.








