Der Unterschied zwischen Präsenzmelder und Bewegungsmelder liegt vor allem darin, wie fein sie Bewegungen erkennen. Ein Bewegungsmelder reagiert auf deutliche Bewegungen, zum Beispiel wenn jemand durch den Flur geht. Ein Präsenzmelder erkennt subtilere Aktivitäten, wie Tippen am Laptop oder eine Handbewegung beim Lesen. Er misst außerdem dauerhaft die Helligkeit im Raum. Präsenzmelder eignen sich deshalb für Aufenthaltsräume wie Bad, Büro oder Wohnbereich, Bewegungsmelder für Durchgangsbereiche wie Flur und Treppe.
Das Wichtigste in Kürze
- Bewegungsmelder reagieren auf deutliche Bewegungen und eignen sich für Durchgangsbereiche wie Flur, Treppe und Außenbereich.
- Präsenzmelder erkennen auch kleine Bewegungen, messen dauerhaft die Helligkeit und gehören in Aufenthaltsräume wie Bad, Büro, Wohnbereich und Kinderzimmer.
- Klassische PIR-Melder sehen nicht durch Glas. Für Bäder mit Glasdusche eignen sich Präsenzmelder mit Akustiksensor oder Radar-Präsenzmelder.
- Mindestens so wichtig wie das Gerät ist die Einstellung: eine lange Nachlaufzeit und eine durchdachte Sperrlogik beim manuellen Ausschalten.
- Im KNX-System liefert der Präsenzmelder zusätzlich die Anwesenheitsinformation, etwa für die Beschattung oder einen Meldebetrieb im Urlaub.
Im Alltag werden die Begriffe oft synonym verwendet. Technisch sind es aber zwei unterschiedliche Sensor-Familien. Wer die falsche Wahl trifft, ärgert sich später über Licht, das angeht, obwohl niemand im Raum ist. Oder über Licht, das ausgeht, während jemand noch ruhig am Schreibtisch sitzt.
Dieser Artikel ordnet ein, was wirklich dahintersteckt und welcher Sensor für welchen Raum passt. Die Einschätzung stammt aus unserer eigenen Projekt- und Beratungspraxis, nicht nur aus Herstellerangaben.
Inhaltsverzeichnis
- Präsenzmelder vs. Bewegungsmelder – der grundlegende Unterschied
- Welcher Sensor passt zu welchem Raum?
- Aus der Praxis: Was passiert, wenn man das Licht selbst ausschaltet?
- Mehr als Licht: Was Präsenzmelder im KNX-System noch können
- Die Technologie dahinter – kurz erklärt
- CASAIO-Produktempfehlungen im Überblick
- Fazit
- Häufig gestellte Fragen
Präsenzmelder vs. Bewegungsmelder – der grundlegende Unterschied

Ein Bewegungsmelder reagiert auf Bewegung im Erfassungsbereich. Geht jemand durch den Flur oder die Treppe hoch, schaltet der Bewegungsmelder das Licht ein. Bleibt die Person stehen oder sitzt ruhig, erkennt der Sensor das in der Regel nicht mehr. Nach der eingestellten Nachlaufzeit schaltet das Licht wieder ab, selbst wenn noch jemand im Raum ist. Bewegungsmelder sitzen meist an der Wand und erfassen einen Bereich von etwa 180°. Die Helligkeit prüfen sie nur im Moment des Einschaltens.
Ein Präsenzmelder ist feiner ausgelegt. Sein Erfassungsbereich ist in deutlich mehr Segmente unterteilt. Dadurch erkennt er auch kleine Bewegungen wie etwa das Umblättern einer Buchseite. Er sitzt meist an der Decke, erfasst den Raum rundum und misst die Helligkeit dauerhaft. Wird es durch Tageslicht hell genug, kann er das Licht deshalb auch dann ausschalten, wenn noch jemand im Raum ist.
Wichtig: Auch ein klassischer Präsenzmelder mit PIR-Technik braucht eine minimale Bewegung. Wer völlig regungslos sitzt oder hinter einer Glaswand steht, wird von ihm nicht erkannt. Nur Radar-Präsenzmelder können nahezu regungslose Personen anhand kleinster Bewegungen wie der Atmung erkennen. Mehr dazu im Abschnitt „Die Technologie dahinter“.
Welcher Sensor passt zu welchem Raum?
In Durchgangsbereichen reicht meist ein Bewegungsmelder. Überall dort, wo Menschen länger ruhig verweilen, lohnt sich ein Präsenzmelder. Entscheidend ist aber nicht nur das Gerät, sondern auch, wie es eingestellt ist. Aus unserer Projektpraxis hat sich die folgende Einordnung bewährt:
Bad
Im Bad lohnt sich in der Regel ein Präsenzmelder, weil man hier oft länger ruhig verweilt. Die eigentliche Herausforderung ist die Dusche. Klassische PIR-Melder erkennen Wärmestrahlung und können daher nicht durch Glas „sehen“. Steht man hinter einer Glaswand oder Glastür, nimmt der Melder einen schlicht nicht mehr wahr. Welche Lösung passt, hängt vom Grundriss ab:
- Offene Dusche (z. B. T-Lösung ohne Tür): Hier reicht ein normaler Präsenzmelder, solange er so platziert ist, dass er sowohl in die Dusche als auch in den restlichen Raum blickt.
- Dusche mit Glaswand oder Glastür: Hier setzen wir bevorzugt einen Präsenzmelder mit zusätzlichem Akustiksensor ein, zum Beispiel den B.E.G. PD11 Flat an der Decke oder den ESYLUX PD-C 180i an der Wand. Er hört das Rauschen der Dusche und hält das Licht dadurch an, auch wenn er die Person selbst nicht sieht.
- Radar-Präsenzmelder (z. B. Steinel True Presence): Er erkennt selbst kleinste Bewegungen wie das Atmen und sieht auch durch Glas. Allerdings hat er einen kreisrunden Erfassungsbereich und reicht auch durch dünne Wände oder geschlossene Türen. Wir setzen ihn deshalb nur in möglichst quadratischen Bädern ein, wo er in der Raummitte sitzen kann und keine Nachbarräume miterfasst.
Wer im Bad auch mal bei ausgeschaltetem Licht in der Wanne entspannen möchte, profitiert von der Sperrlogik, die wir weiter unten im Abschnitt „Aus der Praxis“ beschreiben.
Flur, Treppe, Durchgang
Hier reicht in aller Regel ein Bewegungsmelder, denn niemand hält sich im Flur lange ruhig auf. Unser Favorit ist ein Wandmelder in Schalterhöhe, zum Beispiel der MDT Bewegungsmelder 55. Er erkennt die Bewegungsrichtung und teilt seinen Erfassungsbereich in eine linke und eine rechte Zone.
Gerade an Treppen ist das sehr praktisch. Richtet man eine Zone gezielt auf den Treppenaufgang aus, geht das Treppenlicht erst an, wenn man die Treppe tatsächlich betritt, und nicht schon, wenn man nur am Treppenabsatz vorbeiläuft.
Lässt sich an der Wand nichts platzieren, weil sich dort beispielsweise Schränke befinden, weichen wir auf einen Melder an der Decke aus.
Büro und Wohnbereich

Hier ist ein Präsenzmelder klar im Vorteil. In unseren Projekten betreiben wir ihn als Vollautomaten, aber mit einer bewusst langen Nachlaufzeit von etwa 30 bis 45 Minuten. Wer ruhig auf dem Sofa liest oder konzentriert am Schreibtisch arbeitet, sitzt damit nie plötzlich im Dunkeln.
Im Alltag schaltet man das Licht beim Verlassen des Raumes einfach selbst am Taster aus. Betritt man den Raum später wieder, geht das Licht automatisch an. Und wenn doch einmal jemand vergisst auszuschalten, übernimmt das der Melder nach Ablauf der Nachlaufzeit.
Wie sich Präsenzmelder in eine durchdachte intelligente Lichtsteuerung einfügen, erklären wir in einem eigenen Artikel.
Kinderzimmer
Im Kinderzimmer nutzen wir den Präsenzmelder meist nur zum Ausschalten. Eingeschaltet wird das Licht ganz normal am Taster. Ist aber längere Zeit niemand mehr im Raum, schaltet der Melder es automatisch aus. Das ist praktisch, denn Kinder lassen das Licht erfahrungsgemäß gerne brennen. Gleichzeitig geht abends nichts ungewollt an, wenn die Kleinen schon schlafen.
Offener Wohn-, Ess- und Kochbereich
In offenen Grundrissen klingt es verlockend, Küche und Essbereich mit getrennten Zonen zu erfassen. Technisch geht das: Ein 4-Zonen-Präsenzmelder wie der Busch-Jaeger Präsenzmelder KNX Premium (in der normalen Version, nicht der Mini) erfasst vier Bereiche scharf voneinander getrennt. So kann eine Zone die Küche abdecken und eine andere den Essbereich.
Soll nur ein klar umrissener Bereich mit einem einzigen Deckenmelder erfasst werden, ist auch der Basalte Auro eine Option: Sein Erfassungskegel von 90° nach unten ergibt einen kleinen, scharf begrenzten Bereich, den man über die Montagehöhe genau berechnen kann.
In der Praxis ist die Zonentrennung aber knifflig. An den Essbereich schließt meist direkt der Wohnbereich an, und die Erfassung des Essbereichs reicht dann schnell bis ins Wohnzimmer hinein. Ob sich die Zonen wirklich sauber trennen lassen, muss man deshalb vorab im Plan genau prüfen.
Wichtiger noch ist die Frage, wie man im Alltag leben möchte. Sitzt man abends am Esstisch, soll die Küche meist nicht komplett dunkel sein, sondern gedimmt mitleuchten. Ein Licht, das beim Betreten der Küche angeht und beim Verlassen sofort wieder ausgeht, empfinden die meisten eher als unruhig.
Unser Standard ist deshalb: Der Präsenzmelder schaltet beim Betreten das Licht ein und nach längerer Abwesenheit wieder aus. Das Licht zwischen den Zonen hin- und herzuschalten ist möglich, gehört aber nicht zu unserem Standard.
Schlafzimmer
Im Schlafzimmer ist Fingerspitzengefühl gefragt. Niemand möchte, dass nachts das Deckenlicht angeht, nur weil man sich im Bett umdreht. Wir setzen hier je nach Wunsch eine von zwei Lösungen ein, manchmal auch beide.
- Präsenzmelder an der Decke: Er dient vor allem dazu, Abwesenheit zu erkennen. Verlässt man den Raum für längere Zeit, geht das Licht automatisch aus. Auf Wunsch schaltet er beim Betreten auch eine Grundlichtstimmung ein. Nachts wird der Melder über eine Zeitschaltuhr gesperrt. Zusätzlich lässt er sich jederzeit von Hand sperren, etwa wenn man tagsüber krank im Bett liegt.
- Bewegungsmelder in Steckdosenhöhe: Ein kleiner Melder unter dem Bett oder unter dem Nachttisch erkennt, wenn man nachts die Füße auf den Boden stellt. Dann schaltet er ein dezentes Orientierungslicht ein, zum Beispiel eine einzelne Leuchte auf 0,5 % gedimmt oder nur die LED am Taster neben der Tür. So findet man nachts sicher den Weg, ohne geblendet zu werden oder den Partner zu wecken.
Außenbereich
Draußen zählen andere Dinge als drinnen: Wetterfestigkeit, Reichweite und Unempfindlichkeit gegenüber Regen, Laub oder vorbeifahrenden Autos. Hier setzen wir robuste Außen-Bewegungsmelder ein, keine Präsenzmelder. Bewährt haben sich bei uns zwei Modelle mit unterschiedlichen Stärken:
- Steinel sensIQ S KNX: Die Reichweite lässt sich für jede Sensorrichtung einzeln einstellen. So erfasst der Melder zum Beispiel den Hauseingang voll, ignoriert aber den Gehweg oder die Straße.
- Theben theLuxa P300 KNX: Er misst zusätzlich die Außentemperatur und kann diesen Wert im KNX-System bereitstellen.
Haushalt mit Haustieren
Mit Hund oder Katze im Haus kann es zu Fehlauslösungen kommen, etwa wenn nachts die Katze durch den Flur streift. Es gibt Bewegungsmelder, die gezielt so konzipiert sind, dass sie Haustiere nicht erfassen. Welches Gerät und welche Einstellung passen, hängt von Tierart, Größe und Raum ab. Wie man Erfassungsbereiche dafür im Detail plant, zeigen wir in unserer KNX-Masterclass.
Im Überblick: Welcher Sensor für welchen Raum?
| Raum | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| Bad | Präsenzmelder; bei Glasdusche mit Akustiksensor oder Radar | Erkennt ruhiges Verweilen; PIR sieht nicht durch Glas |
| Flur, Treppe, Durchgang | Bewegungsmelder an der Wand | Richtungserkennung und Zonen, ideal für Treppen |
| Büro/Wohnbereich | Präsenzmelder, Vollautomat mit langer Nachlaufzeit | Kein Lichtausfall beim ruhigen Sitzen, vergessenes Licht geht trotzdem aus |
| Kinderzimmer | Präsenzmelder, nur zum Ausschalten | Vergessenes Licht geht automatisch aus, nachts kein ungewolltes Einschalten |
| Offener Wohn-/Ess-/Kochbereich | Präsenzmelder, ggf. mit Zonen (z. B. Busch-Jaeger Premium) | Einschalten beim Betreten, Ausschalten nach längerer Abwesenheit; Zonentrennung nur bei passender Raumgeometrie |
| Schlafzimmer | Präsenzmelder (Decke) und/oder Bewegungsmelder in Steckdosenhöhe | Abwesenheit erkennen, nachts gesperrt; Orientierungslicht beim Aufstehen |
| Außenbereich | Außen-Bewegungsmelder (z. B. Steinel sensIQ S, Theben theLuxa P300) | Wetterfest, große Reichweite, Erfassung gezielt begrenzbar |
| Haushalt mit Haustieren | Individuell | Geräteauswahl und Einstellung je nach Situation, Beratung empfohlen |
Aus der Praxis: Was passiert, wenn man das Licht selbst ausschaltet?
Ein Präsenzmelder, der das Licht sofort wieder einschaltet, nachdem man es am Taster ausgeschaltet hat, sorgt schnell für Frust. Deshalb planen wir das manuelle Ausschalten immer bewusst mit ein, und zwar je nach Raum auf eine von zwei Arten.
Standardfall: kurze Sperrzeit. Nach dem Ausschalten am Taster ist der Melder für etwa 10 bis 15 Sekunden gesperrt. Das reicht, um den Raum zu verlassen, ohne dass das Licht hinter einem wieder angeht.
Räume, in denen man bewusst im Dunkeln bleibt. In einem Entspannungs- oder Yogaraum, manchmal auch im Bad, möchte man das Licht ausschalten und trotzdem im Raum bleiben. Hier bleibt der Melder nach dem manuellen Ausschalten so lange gesperrt, wie er noch Präsenz erkennt. Erst wenn man den Raum verlassen hat, läuft die Nachlaufzeit ab. Wer danach wieder hereinkommt, bekommt ganz normal automatisch Licht.
Damit dieses Verhalten nachvollziehbar bleibt, zeigt eine LED am Taster an, dass der Raum nach dem manuellen Ausschalten noch als belegt erkannt wird. So weiß man jederzeit, warum das Licht gerade nicht automatisch angeht.
Mehr als Licht: Was Präsenzmelder im KNX-System noch können
Im KNX-Smart-Home ist ein Präsenzmelder weit mehr als ein automatischer Lichtschalter. Zwei Beispiele aus unseren Projekten:
Automatische Beschattung wieder aktivieren. Scheint die Sonne, fahren die Raffstores automatisch herunter. Möchte man trotzdem einmal mehr Licht oder freie Sicht, fährt man sie am Taster oder per App wieder hoch. Damit ist die Automatik für diesen Raum gesperrt, sonst würden die Raffstores sofort wieder herunterfahren. Damit diese Sperre nicht dauerhaft bestehen bleibt, übernimmt der Präsenzmelder diese Aufgabe: Ist der Raum etwa 30 bis 45 Minuten lang leer, gibt er die Automatik wieder frei, und der Raum wird wieder beschattet.
Meldebetrieb bei Abwesenheit. Ist niemand zu Hause, etwa im Urlaub, lassen sich alle Melder in einen Meldebetrieb umschalten. Erkennen sie dann eine Bewegung, kann das System Alarm auslösen oder eine Benachrichtigung aufs Smartphone schicken. Eine Alarmanlage ersetzt das nicht, es ist aber ein sinnvoller Zusatznutzen ohne zusätzliche Hardware.
Die Technologie dahinter – kurz erklärt
Die Erfassungstechnologie bestimmt, wie zuverlässig ein Sensor erkennt und wie störanfällig er ist. Im Wohnbereich am gängigsten sind PIR, PIR mit zusätzlichem Akustiksensor und Radar. Jede Technik hat eigene Stärken und Grenzen, die bei der Raumwahl helfen. Der sensNORM-Standard schafft zusätzlich vergleichbare Angaben zwischen Herstellern.
PIR (Passiv-Infrarot)
Der Klassiker unter den Sensoren, sowohl bei Bewegungs- als auch bei Präsenzmeldern. PIR-Sensoren erkennen Veränderungen der Wärmestrahlung im Sichtfeld. Sie brauchen direkte Sicht auf die Person und reagieren nur auf Bewegung. Glas lässt die Wärmestrahlung nicht durch. Hinter einer Glasscheibe ist man für einen PIR-Melder also unsichtbar.
Ein praktischer Hinweis zur Platzierung: Bewegungen quer zum Melder erkennt ein PIR-Sensor deutlich besser als Bewegungen direkt auf ihn zu. Das sollte man bei der Planung berücksichtigen. PIR-Melder sind bewährt und günstig, stoßen aber an Grenzen bei sehr ruhigem Verweilen oder wenn die Sicht verdeckt ist.
PIR mit Akustiksensor
Einige Präsenzmelder haben zusätzlich ein Mikrofon. Dieses zeichnet nichts auf, sondern wertet nur den Geräuschpegel aus. Hört der Melder typische Geräusche, etwa das Rauschen einer Dusche, verlängert er die Präsenz, obwohl der PIR-Sensor gerade keine Bewegung sieht. Im Bad mit Glasdusche ist das eine einfache und zuverlässige Lösung.
Radar (Hochfrequenz)
Radar-Präsenzmelder senden Funkwellen aus und werten deren Reflexion aus. Je nach Hersteller arbeiten sie mit unterschiedlichen Frequenzen – der Steinel True Presence zum Beispiel mit Ultrabreitband-Radar bei 7,2 GHz, der Ekinex-Realpräsenzmelder bei 24 GHz. Moderne Radar-Melder erkennen selbst Mikrobewegungen wie das Atmen und damit auch nahezu regungslose Personen. Entsprechend höher liegt in der Regel auch der Preis.
Ein bekanntes Merkmal: Radar erfasst auch durch Glas, dünnere Wände oder Türen hindurch. Das kann gewollt sein, etwa in der Dusche. Es kann aber auch zu unerwünschten Auslösungen führen, wenn benachbarte Räume miterfasst werden. Radar-Melder mit rundem Erfassungsbereich setzen wir deshalb nur in möglichst quadratischen Räumen ein.
Strahlt ein Radar-Präsenzmelder? Ja, aber äußerst schwach. Der Steinel True Presence sendet laut Hersteller mit weniger als −41 dBm/MHz, das entspricht weniger als 0,04 Milliwatt. Das ist weniger als ein Tausendstel dessen, was ein Smartphone beim Telefonieren abstrahlen kann, und etwa ein Fünfzigstel eines gewöhnlichen Bluetooth-Kopfhörers.
Ultraschall
Ultraschallsensoren senden Schallwellen aus und werten die Echos aus. Sie kommen im Wohnungsbau selten vor und eher im gewerblichen Bereich zum Einsatz.
sensNORM – ein Gütesiegel für vergleichbare Angaben
sensNORM ist ein freiwilliges Gütesiegel einer Hersteller-Initiative. Der Verein wurde 2014 gegründet und macht Reichweiten- und Erfassungsangaben nach einem einheitlichen Prüfverfahren vergleichbar, das auf der internationalen Norm IEC 63180 beruht.
Hersteller geben Reichweiten sonst oft nach eigenen, nicht vergleichbaren Maßstäben an. Ein „sensNORM Certified“-Siegel ist deshalb ein hilfreicher Anhaltspunkt bei der Auswahl.
CASAIO-Produktempfehlungen im Überblick
Es gibt nicht den einen besten Präsenzmelder. Die passende Wahl hängt von Montageort und Anwendungsfall ab. Diese Modelle setzen wir in unseren Projekten ein:
| Modell | Typ & Montage | Technik | Typischer Einsatz bei uns |
|---|---|---|---|
| MDT Bewegungsmelder 55 | Bewegungsmelder, Wand (Schalterhöhe) | PIR, Richtungserkennung, linke/rechte Zone | Flure und Treppen, Zone gezielt auf den Treppenaufgang |
| Gira KNX Bewegungsmelder Komfort 2,20 m | Bewegungsmelder, Wand (hohe Einbauzone) | PIR | Flure und Räume, in denen in Schalterhöhe kein Platz ist oder mehr Reichweite gebraucht wird |
| Gira Präsenzmelder Mini Komfort KNX | Präsenzmelder, Decke | PIR, IP44, Temperatur- und Feuchtemessung | Aufenthaltsräume mit hohen gestalterischen Ansprüchen, dank IP44 auch Feuchträume |
| B.E.G. PD11-KNXs-FLAT | Präsenzmelder, Decke | PIR + Akustiksensor | Bäder mit Glasdusche, der Akustiksensor erkennt das Duschgeräusch |
| ESYLUX PD-C 180i KNX | Präsenzmelder, Wand | PIR + Akustiksensor | Bäder sowie Räume, in denen kein Deckenmelder möglich ist, aber kleine Bewegungen erfasst werden sollen |
| Busch-Jaeger Präsenzmelder KNX Premium | Präsenzmelder, Decke | PIR, 4 scharf getrennte Zonen | Offene Wohn-, Ess- und Kochbereiche (normale Version, nicht Mini) |
| Basalte Auro | Präsenzmelder, Decke | PIR, 90° Erfassungskegel nach unten | Klar abgegrenzte Bereiche: Erfassungsfläche lässt sich über die Montagehöhe genau berechnen |
| Steinel True Presence KNX | Präsenzmelder, Decke | UWB-Radar (7,2 GHz), erkennt Atmung | Bäder und Räume mit sehr ruhigem Aufenthalt; nur in möglichst quadratischen Räumen, da Erfassung durch dünne Wände |
| Ekinex EK-SG2-TP-P KNX Secure | Präsenzmelder, Decke | 24-GHz-Radar | Räume mit überwiegend sitzender Nutzung; kein Helligkeitssensor |
| Steinel sensIQ S KNX | Außen-Bewegungsmelder | PIR, Reichweite je Richtung einstellbar | Außenbereich, z. B. Eingang erfassen und Straße ausblenden |
| Theben theLuxa P300 KNX | Außen-Bewegungsmelder | PIR, mit Temperaturmessung | Außenbereich, liefert zusätzlich die Außentemperatur |
Fazit
In Durchgangsbereichen wie Flur, Treppe oder Außenbereich reicht ein Bewegungsmelder meist aus. In Aufenthaltsräumen, in denen auch ruhiges Sitzen oder Stehen erkannt werden soll, wie Bad, Büro, Wohnbereich oder Kinderzimmer, lohnt sich ein Präsenzmelder. Entscheidend für den Komfort ist, dass Gerät, Platzierung und Einstellung zum Raum und zu den Gewohnheiten der Bewohner passen.
Bei Besonderheiten wie Glasduschen, offenen Grundrissen, Haustieren oder ungewöhnlichen Raumgeometrien ist eine individuelle Planung sinnvoll, statt sich auf eine pauschale Empfehlung zu verlassen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Präsenzmelder und Bewegungsmelder?
Ein Bewegungsmelder reagiert auf deutliche Bewegungen, ein Präsenzmelder erkennt auch kleine Bewegungen wie Tippen oder Umblättern und misst dauerhaft die Helligkeit. Präsenzmelder sitzen meist an der Decke, Bewegungsmelder an der Wand.
Lohnt sich der Aufpreis für einen Präsenzmelder?
Präsenzmelder sind wichtig, aber nicht überall nötig. In Fluren und an Treppen ist ein guter Bewegungsmelder mit Richtungserkennung oft sogar die bessere Wahl. In Aufenthaltsräumen wie Bad, Büro oder Wohnbereich zahlt sich ein Präsenzmelder dagegen aus, weil er zuverlässig erkennt, wenn sich jemand ruhig aufhält. Im KNX-System wird der Präsenzmelder zur zentralen Anwesenheitsinformation des Raums, etwa für die Beschattung oder einen Meldebetrieb im Urlaub.
Mindestens genauso wichtig wie das Gerät ist aber die Einstellung: Eine lange Nachlaufzeit und eine durchdachte Sperrlogik beim manuellen Ausschalten machen den Unterschied im Alltag.
Erkennt ein Präsenzmelder auch, wenn ich still sitze?
Ein klassischer PIR-Präsenzmelder erkennt kleine Bewegungen, wie sie beim ruhigen Sitzen fast immer vorkommen. Nur Radar-Präsenzmelder können nahezu regungslose Personen anhand kleinster Bewegungen wie der Atmung erkennen. In der Praxis sorgt zusätzlich eine lange Nachlaufzeit dafür, dass das Licht nicht ausgeht, solange jemand im Raum ist.
Brauche ich im Bad unbedingt einen Präsenzmelder?
Nicht zwingend, aber empfehlenswert. Bei einer Dusche mit Glaswand reicht ein normaler PIR-Melder nicht, weil er nicht durch Glas sieht. Hier helfen Präsenzmelder mit Akustiksensor oder Radar-Präsenzmelder.
Strahlt ein Radar-Präsenzmelder?
Ja, aber äußerst schwach. Der Steinel True Presence sendet mit weniger als 0,04 Milliwatt. Das ist weniger als ein Tausendstel der Sendeleistung eines Smartphones beim Telefonieren.
Was ist sensNORM?
Ein freiwilliges Gütesiegel einer Hersteller-Initiative, mit dem sich Reichweiten- und Erfassungsangaben verschiedener Hersteller nach einem einheitlichen Prüfverfahren, basierend auf IEC 63180, objektiv vergleichen lassen.
Fachlich geprüft von Michael Leppich, KNX-Programmierer bei CASAIO.

Jana Wilke leitet die Redaktion bei CASAIO und ist Co-Autorin des Buches „Dein Weg zum Smart Home“ sowie des zugehörigen Arbeitsbuches „Dein Smart-Home-Planer“. Als ausgebildete Lehrerin mit Hauptfach Germanistik liegt ihre Stärke darin, komplexe Smart-Home- und KNX-Themen verständlich aufzubereiten, damit Bauherren ihr Projekt mit einem klaren Plan angehen können.








