Inhaltsverzeichnis
- Was sind KNX-Aktoren, und warum gibt es fürs Licht vier Varianten?
- Wann reicht ein Schaltaktor?
- Was kann ein Dimmaktor, und wann flackert das Licht?
- Wann ist ein Dimmsequenzer die bessere Lösung?
- Wann lohnt sich ein DALI-Gateway?
- Welche KNX-Aktoren brauchst du fürs Licht in deinem Haus?
- Fazit: Die passenden KNX-Aktoren fürs Licht
- Häufig gestellte Fragen
Für die Lichtsteuerung im KNX-Smart-Home gibt es vier Arten von KNX-Aktoren. Schaltaktoren schalten nur ein und aus. Dimmaktoren dimmen geeignete 230-Volt-Leuchtmittel. Dimmsequenzer dimmen beispielsweise 24-Volt-LED-Stripes und -Spots gleichmäßig. DALI-Gateways steuern bis zu 64 adressierbare Betriebsgeräte pro Bus. Welche Lösung du brauchst, hängt vor allem davon ab, wie viele deiner Leuchten dimmbar sein sollen.
Das Wichtigste in Kürze
- Schaltaktoren gehören im Neubau in die Verteilung. Ein großer Aktor mit bis zu 24 Kanälen ist pro Kanal günstiger als mehrere kleine.
- Dimmaktoren eignen sich vor allem für dimmbare 230-V-Leuchtmittel. LED-Stripes mit fest angeschlossenem Netzteil flackern daran auf niedrigen Stufen oft, dafür ist ein Dimmsequenzer die bessere Wahl.
- Dimmsequenzer dimmen 24-V-LEDs sauber bis 1 % und steuern auch Tunable White, RGB und RGBW.
- DALI-Gateways steuern pro Bus bis zu 64 adressierbare Betriebsgeräte, die sich in maximal 16 Gruppen zusammenfassen lassen.
- Die Leuchten entscheiden: Ist fast alles dimmbar oder benötigen deine Leuchten ohnehin DALI, etwa weil sie mit DALI-DT8-Treibern für Tunable White ausgestattet sind, ist DALI sinnvoll. Bei wenigen dimmbaren Leuchten reichen oft Dimmaktor und Dimmsequenzer.
- Frühzeitig planen: Entscheide dich vor der Elektroinstallation für die passende Lichttechnik. Denn Schaltaktoren, Dimmaktoren, Dimmsequenzer und DALI stellen unterschiedliche Anforderungen an die Verkabelung.
Licht ist beim Hausbau eines der schwierigsten Themen. Schöne Lampen sind schnell ausgesucht. Weitaus schwieriger ist die Frage nach der technischen Umsetzung und der richtigen Positionierung für eine optimale Ausleuchtung im Gebäude.
Gerade in einem KNX-System lässt sich Licht auf vielfältige Weise steuern. Je nach Art der Steuerung ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an die dahinterliegende Technik und die Bedienung. Letztere erklären wir im Artikel Intelligente Lichtsteuerung im Smart Home. Hier geht es um die Technik in der Verteilung: Welche KNX-Aktoren sorgen dafür, dass sich eine Leuchte ein- und ausschalten oder dimmen lässt?
Michael, unser KNX-Programmierer, zeigt alle vier Varianten im folgenden Video:
Was sind KNX-Aktoren, und warum gibt es fürs Licht vier Varianten?
Ein KNX-Aktor setzt Befehle aus dem Bus in eine Aktion um. Er schaltet oder dimmt eine Leuchte, fährt eine Jalousie oder öffnet ein Heizungsventil. Den Befehl gibt ein Sensor, zum Beispiel ein Taster oder ein Präsenzmelder. Wie das Zusammenspiel funktioniert, erklären wir in Was ist KNX?.
Für Jalousien und Heizung gibt es eigene KNX-Aktoren, in diesem Artikel geht es nur ums Licht. KNX-Aktoren fürs Licht unterscheiden sich vor allem darin, ob sie nur schalten oder auch dimmen, und welche Leuchtmittel sie dimmen können.
Wann reicht ein Schaltaktor?
Ein Schaltaktor reicht für alle Leuchten, die du nur ein- und ausschalten willst. Technisch ist er ein Relais: Jeder Kanal schaltet eine Leitung, an der eine Leuchte, eine Steckdose oder eine andere Last hängt. Schaltaktoren gibt es mit einem oder zwei Kanälen bis hin zu 24 Kanälen.

KNX-Aktoren im Reiheneinbau oder Unterputz?
Die übliche Bauform sitzt in der Verteilung, man spricht vom Reiheneinbau. Daneben gibt es Unterputz-Aktoren: kleine Module, die in eine normale Hohlwand- oder Unterputzdose hinter einen Schalter passen.
Gerade für den Neubau empfehlen wir aber, die KNX-Aktoren gleich in die Verteilung zu setzen.
Welche Größe sollten KNX-Aktoren haben?
Im Neubau ist es ratsam, gleich einen großen Aktor zu wählen, zum Beispiel mit 24 Kanälen. Mehrere 4- oder 8-fach-Aktoren zu kombinieren, kostet mehr: Pro Kanal ist der große Aktor deutlich günstiger. Wo du bei der KNX-Planung sonst noch sparen kannst, zeigen wir in KNX günstig selbst planen.
Wie viele Schaltkanäle du überhaupt brauchst, zeigen wir im Video KNX vs. WLAN – Wie viele Schaltkanäle brauchst du wirklich?.
Warum ist der Einschaltstrom von LED-Leuchten für KNX-Aktoren wichtig?
Bei der Auswahl eines Schaltaktors solltest du aber nicht nur auf den Preis pro Kanal achten.
Gerade LED-Leuchten können beim Einschalten kurzzeitig deutlich mehr Strom ziehen als im normalen Betrieb. Der Grund sind die verbauten LED-Netzteile beziehungsweise LED-Treiber. Diese versorgen die LEDs mit der passenden Spannung oder einem geregelten Strom. Je nach Leuchte kommen dafür unterschiedliche Treiber zum Einsatz.
Ist der Schaltaktor für diese hohen Einschaltströme nicht ausgelegt, können die Relaiskontakte verschweißen. Der betroffene Kanal lässt sich dann möglicherweise nicht mehr ausschalten. Achte deshalb darauf, dass der Schaltaktor für hohe Einschaltströme beziehungsweise kapazitive Lasten (C-Last) geeignet ist. Entscheidend sind die Angaben des Herstellers zum zulässigen Einschaltstrom und zur Anzahl anschließbarer LED-Treiber.
Was kann ein Dimmaktor, und wann flackert das Licht?
Ein Dimmaktor dimmt 230-Volt-Leuchtmittel. Das klappt aber nur, wenn das Leuchtmittel selbst als dimmbar gekennzeichnet ist. Der Dimmaktor sitzt wie der Schaltaktor in der Verteilung, braucht dort aber deutlich mehr Platz.

Phasenanschnitt, Phasenabschnitt und das RLC-Symbol
Dimmaktoren dimmen per Phasenanschnitt oder Phasenabschnitt. Manche Netzteile und Vorschaltgeräte lassen sich darüber dimmen. Welche Lastarten ein Dimmaktor unterstützt, zeigt die Kennzeichnung auf dem Gerät – das RLC-Symbol. Ob ein Netzteil dazu passt, hängt davon ab, ob es für das jeweilige Dimmverfahren geeignet ist. Die Angaben dazu findest du auf dem Netzteil oder im Datenblatt. Bei dimmbaren LED-Treibern kommt meist Phasenabschnitt zum Einsatz.

Warum flackern manche LED-Stripes am Dimmaktor?
Viele LED-Stripes aus dem Baumarkt haben ein fest angeschlossenes, dimmbares Netzteil. Es läuft mit 230 Volt und wandelt die Spannung auf 24 oder 48 Volt herunter. So ein Netzteil kannst du an einen Dimmaktor anschließen – wir raten aber davon ab.
Der Grund: Je weiter du herunterdimmst, desto stärker „zerhackt“ der Dimmaktor den Strom. Bei Stufen um 1 oder 5 % kommt beim Netzteil so wenig an, dass das Licht flackern kann. Bei klassischen Glühlampen war das Dimmen mit einem passenden Dimmaktor dagegen meist unkompliziert.
Eine weitere mögliche Ursache ist die Mindestlast des Dimmaktors. Manche Modelle benötigen eine bestimmte angeschlossene Leistung, um zuverlässig zu dimmen. Wenn du nur wenige LED-Leuchten mit geringer Leistung anschließt, kann diese Mindestlast unterschritten werden. Das Licht kann dann flackern oder auch im ausgeschalteten Zustand glimmen. Achte deshalb darauf, dass die Leistung deiner Leuchten zum Dimmaktor passt.
Unsere Empfehlung: der Hochvolt-Dimmer von Enertex
Wenn du viele 230-V-Leuchtmittel dimmen willst, empfehlen wir den Hochvolt-Dimmaktor von Enertex, als 4-fach- oder 8-fach-Variante.
Dieser Enertex Dimmaktor zählt zu den fortschrittlicheren Modellen. Er ermittelt bei der Inbetriebnahme automatisch passende Dimmparameter für die angeschlossene Leuchte, und die Dimmkurve lässt sich auswählen. Damit lässt sich das Dimmverhalten auch bei schwierigen LED-Leuchtmitteln verbessern. So kann der Aktor Flackern auf niedrigen Helligkeitsstufen und kurzes Aufblitzen beim Einschalten reduzieren.
Dazu kommt ein Platzvorteil: Der 8-fach-Aktor von Enertex ist so groß wie der 4-fach-Dimmaktor von MDT. Den MDT-Dimmaktor gibt es auch als kleinere 2-fach-Variante.
Wann ist ein Dimmsequenzer die bessere Lösung?
Für LED-Stripes setzen wir einen Dimmsequenzer statt eines Dimmaktors ein. Das heißt für dich: Du nimmst keinen Stripe mit fest verbundenem Netzteil. Stattdessen kombinierst du einen 24-V-Stripe mit einem eigenen Netzteil und einem Dimmsequenzer. Der Sequenzer wird an KNX angebunden und erhält die 24 Volt vom Netzteil; an seine Ausgänge kommen die Leuchten.
Dimmsequenzer gibt es für die Verteilung und für die Decke, zum Beispiel auf einer abgehängten Decke, jeweils von MDT und Enertex. MDT bietet zusätzlich kleinere Modelle mit 2 Kanälen.

Wo Sequenzer und Netzteile am besten sitzen, lässt sich nicht pauschal sagen. Das hängt von der Situation und den Leuchten ab. Bei langen 24-V-Leitungen kann es zu einem Spannungsfall kommen: Je länger die Leitung und je höher der Strom, desto stärker sinkt die Spannung bis zur Leuchte. Deshalb kann es sinnvoll sein, die Netzteile näher an den Leuchten zu platzieren, beispielsweise oberhalb einer abgehängten Decke.
Wichtig ist dabei, dass die Netzteile für Wartung und Austausch zugänglich bleiben, zum Beispiel über eine Revisionsöffnung. Alternativ können längere Leitungen mit entsprechend größerem Querschnitt geplant werden.
Dimmaktor oder LED-Controller: Was ist der Unterschied?
Ein Dimmsequenzer, oft auch LED-Controller genannt, dimmt mit einer anderen Technik als der Dimmaktor: Er schaltet die LEDs sehr schnell an und aus. Dieses Verfahren heißt Pulsweitenmodulation (PWM).
Dadurch lässt sich das Licht je nach Modell bis auf 1 % herunterdimmen und gleichmäßig wieder hochdimmen, ohne dass ein störendes Flackern sichtbar ist. Bei Videoaufnahmen können allerdings trotzdem Flackern oder Streifen entstehen. Wenn du deine Räume regelmäßig filmst, solltest du deshalb auf eine möglichst hohe PWM-Frequenz achten.
Solche LED-Controller eignen sich beispielsweise für LED-Stripes und LED-Spots mit Konstantspannung, etwa 12, 24 oder 48 Volt. Wichtig ist allerdings, dass nicht jeder LED-Spot damit funktioniert. Viele Einbauspots benötigen stattdessen einen konstanten Strom, beispielsweise 350, 500 oder 700 mA. Für diese sogenannten Konstantstrom-LEDs ist ein entsprechend geeigneter LED-Controller erforderlich. Es gibt auch Modelle, die beide Varianten unterstützen.
Tunable White, RGB, RGBW und RGB+CCT: Wie viele Kanäle brauchst du?
Ein Sequenzer mit 4 Kanälen steuert vier einfarbige Leuchten einzeln. Für veränderbares Weiß (Tunable White) und Farblicht (RGB, RGBW, RGB+CCT) werden Kanäle zusammengelegt.
| Lichtart | Kanäle pro Stripe | Mit 4-Kanal-Sequenzer |
|---|---|---|
| Einfarbig weiß | 1 | 4 Leuchten |
| Tunable White (warm- und kaltweiß) | 2 | 2 Stripes |
| RGB (Farbe) | 3 | 1 Stripe |
| RGBW (Farbe und Weiß) | 4 | 1 Stripe |
| RGB+CCT (Farbe, warm- und kaltweiß) | 5 | nicht möglich, dafür gibt es Enertex-Sequenzer mit 5 Kanälen |
Tunable White ermöglicht die Anpassung der Farbtemperatur und kann als Baustein für Human Centric Lighting dienen. Echtes HCL geht jedoch deutlich darüber hinaus und berücksichtigt insbesondere das Lichtspektrum und die biologischen Wirkungen des Lichts.

Wofür ist der zusätzliche Schaltausgang?
Die Sequenzer von MDT und Enertex haben einen zusätzlichen Schaltausgang. Meist schaltet er das Netzteil ab, wenn das Licht länger aus ist, zum Beispiel 10 Minuten nach dem Ausschalten. Das spart etwas Strom, weil das Netzteil nicht dauerhaft läuft. Du kannst den Ausgang aber auch für eine andere Leuchte oder Last nutzen.
Wann lohnt sich ein DALI-Gateway?
Ein DALI-Gateway lohnt sich, wenn du viele dimmbare Leuchten hast oder deine Leuchten DALI ohnehin voraussetzen. DALI ist ein eigener Lichtbus, den das Gateway in der Verteilung mit KNX verbindet.
Pro DALI-Bus lassen sich bis zu 64 Betriebsgeräte, beispielsweise elektronische Vorschaltgeräte (EVGs), ansteuern. Ein DALI-Gateway mit zwei Ausgängen, etwa von MDT, kann so bis zu 128 Betriebsgeräte ansteuern.

Ein Betriebsgerät entspricht dabei nicht zwangsläufig einer Leuchte: Mehrere LED-Spots können beispielsweise an einem gemeinsamen Treiber hängen.
Ein Vorschaltgerät ist die Elektronik, die eine Leuchte mit der benötigten Spannung oder dem passenden Strom versorgt. Bei LED-Leuchten übernimmt diese Aufgabe ein LED-Treiber. Ist dieser DALI-fähig, kann er zusätzlich Steuerbefehle zum Dimmen oder Schalten empfangen.
Bei der Auswahl des Vorschaltgeräts kommt es darauf an, was die Leuchte benötigt: Konstantspannung (zum Beispiel 24 V) oder Konstantstrom (zum Beispiel 700 mA). Für beide Varianten gibt es passende DALI-fähige LED-Treiber, etwa von Lunatone. Den Anschluss übernimmt deine Elektrofachkraft.
DALI erklären wir ausführlich in einem eigenen Video.
64 Geräte, 16 Gruppen: Wie planst du die Gruppen?
Die 64 Geräte eines Busses kannst du einzeln ansteuern oder in maximal 16 Gruppen zusammenfassen. Möglich sind zum Beispiel 6 Gruppen plus 40 einzeln angesteuerte EVGs.
Wenn mehrere Leuchten immer gemeinsam geschaltet oder gedimmt werden sollen, ist eine Gruppe sinnvoll. Der Vorteil: Mit einem einzigen Gruppenbefehl werden alle zugehörigen Leuchten gemeinsam angesteuert. Werden sie einzeln angesteuert, sind dafür mehrere Befehle nötig. Dabei können kleine zeitliche Unterschiede entstehen, sodass die Leuchten beispielsweise leicht versetzt hochdimmen.
Ein Beispiel: Eine Küche mit acht Deckenspots hat häufig acht DALI-Vorschaltgeräte. Die fasst du in einer Gruppe zusammen und belegst damit eine der 16 Gruppen. Ein LED-Stripe im Flur braucht dagegen möglicherweise nur ein Vorschaltgerät. Den kannst du einzeln ansteuern, ohne eine Gruppe zu verbrauchen.
Farblicht über DALI: Was bedeutet DT8?
DT8 bezeichnet einen DALI-Gerätetyp für die Steuerung von Lichtfarben und Farbtemperaturen, beispielsweise bei Tunable White oder RGB. Damit kannst du nicht nur die Helligkeit, sondern auch die Farbe deiner Beleuchtung verändern.
Allerdings unterstützt nicht jedes DALI-Gateway die individuelle Farbsteuerung einzelner Leuchten. Bei manchen Modellen lassen sich Farben nur gruppenweise einstellen. Das normale DALI Control Gateway von MDT unterstützt beispielsweise DT8-Farbsteuerung in Gruppen. Mit dem DALI Control PRO64 Gateway von MDT oder dem DaliControl e64 Pro von IPAS lassen sich hingegen auch einzelne Leuchten unabhängig voneinander in ihrer Farbe steuern.
Was bedeutet die Wahl der KNX-Aktoren für die Verkabelung?
Die Entscheidung zwischen Dimmaktor, Dimmsequenzer und DALI hat auch Auswirkungen auf die Elektroinstallation.
Bei einem zentralen Dimmaktor benötigt jede separat gesteuerte Lichtgruppe eine eigene Leitung zur Verteilung. Bei DALI ist das anders: Hier wird häufig ein fünfadriges Kabel verwendet. Drei Adern dienen der 230-V-Stromversorgung, zwei übertragen das DALI-Steuersignal. Die Leitung kann von Leuchte zu Leuchte weitergeführt werden, sodass nicht jede Leuchte eine eigene Steuerleitung zur Verteilung benötigt.
Bei einem Dimmsequenzer werden die Leuchten dagegen über 24-V-Leitungen versorgt. Hier müssen insbesondere Leitungslänge und Kabelquerschnitt zur angeschlossenen Leistung passen, damit der Spannungsfall nicht zu groß wird.
Deshalb solltest du bereits vor der Elektroinstallation entscheiden, welche Technik du für deine Beleuchtung verwenden möchtest. Denn davon hängt ab, welche Leitungen dein Elektriker verlegen muss.
Welche KNX-Aktoren brauchst du fürs Licht in deinem Haus?
Welche KNX-Aktoren du fürs Licht brauchst, entscheiden deine Leuchten: wie viele dimmbar sein sollen und ob einzelne Leuchten Farbe, Tunable White oder ohnehin DALI brauchen.
Für Leuchten, die nur schalten, reicht ein Schaltaktor. Wenige dimmbare 230-V-Leuchten laufen über einen Dimmaktor, LED-Stripes über einen Dimmsequenzer. Ein Beispiel: Am Esstisch, in der Küche und im Wohnzimmer soll das Licht dimmbar sein. Dann reicht ein Dimmaktor mit vier oder acht Kanälen. Kommt ein LED-Stripe in der Garderobe oder an der Treppe dazu, ergänzt du einen Dimmsequenzer.
Ist fast alles dimmbar, kann DALI die sinnvollere Lösung sein. Ein DALI-Gateway steuert deutlich mehr Betriebsgeräte als ein einzelner Dimmaktor. Dafür benötigst du passende DALI-Vorschaltgeräte (EVGs) beziehungsweise LED-Treiber. Diese können bereits in den Leuchten integriert sein oder müssen separat eingeplant werden.
Welche Variante günstiger ist, hängt deshalb von der Anzahl und Art der Leuchten, den benötigten Vorschaltgeräten und dem Aufwand für die Verkabelung ab.
Die vier KNX-Aktoren fürs Licht im Überblick:
| Aktor | Wofür | Dimmen | Farblicht | Einbau | Sinnvoll, wenn … |
|---|---|---|---|---|---|
| Schaltaktor | Leuchten, Steckdosen, andere Lasten | nein | nein | Verteilung oder Unterputz | Leuchten nur ein- und ausgeschaltet werden |
| Dimmaktor | dimmbare 230-V-Leuchtmittel | ja, per Phasenan- oder Phasenabschnitt | nein | Verteilung | du wenige dimmbare 230-V-Leuchten hast |
| Dimmsequenzer | LED-Stripes und -Spots mit 12, 24 oder 48 V | ja, bis 1 % | Tunable White, RGB, RGBW, RGB+CCT | Verteilung oder Decke | du LED-Stripes oder einzelne LED-Leuchten hast |
| DALI-Gateway | bis zu 64 EVGs pro Bus | ja | mit DT8 | Verteilung | fast alle Leuchten dimmbar sind oder DALI brauchen, z. B. für Tunable White mit DALI-DT8. |
Eine feste Faustregel, ab wie vielen Leuchten sich DALI lohnt, gibt es nicht. Oft entscheiden die Leuchten selbst: Manche Leuchten setzen ohnehin DALI voraus. Das gilt beispielsweise für viele Tunable-White-Einbauleuchten mit DALI-DT8-Treiber, wie sie auch in Human-Centric-Lighting-Konzepten eingesetzt werden.
Für Einzelfälle wie eine Stehleuchte mit Farblicht lassen sich auch Philips Hue oder Casambi einbinden. Wie das geht, steht unten in den häufigen Fragen.
Fazit: Die passenden KNX-Aktoren fürs Licht
Welche KNX-Aktoren du fürs Licht brauchst, hängt davon ab, welche Anforderungen du an deine Beleuchtung hast. Kläre deshalb zuerst, welche Leuchten dimmbar sein sollen und wo du Farbe oder veränderbares Weiß willst. Daraus ergibt sich, ob Schaltaktor, Dimmaktor, Dimmsequenzer oder DALI passt.
Wichtig ist, dass du diese Entscheidung bereits vor der Elektroinstallation triffst. Denn die verschiedenen Systeme stellen unterschiedliche Anforderungen an die Verkabelung. Ist das früh geklärt, können die richtigen Leitungen verlegt werden und du vermeidest später aufwendige Änderungen oder Probleme mit der Beleuchtung.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich Philips Hue oder Casambi mit KNX steuern?
Ja, Philips Hue lässt sich mit vielen KNX-Servern steuern und der Leuchten-Funkstandard Casambi über ein Gateway. Das bietet sich an, wenn du kein DALI willst und nur an einzelnen Stellen dimmbares oder farbiges Licht brauchst, etwa in einer Stehleuchte.
Kann ich eine fertige Leuchte nachträglich DALI-fähig machen?
Bei manchen Leuchten ist das möglich, indem der vorhandene LED-Treiber durch einen passenden DALI-fähigen Treiber ersetzt wird. Ob das funktioniert, hängt unter anderem von den elektrischen Anforderungen der Leuchte und dem verfügbaren Einbauraum ab. Manche Leuchten brauchen Konstantspannung, zum Beispiel 24 V, andere Konstantstrom, zum Beispiel 700 mA. Aber Achtung: Wer den Treiber tauscht, greift in die Leuchte ein, und Garantie oder Herstellerfreigabe können entfallen.
Gibt es KNX-LED-Dimmer mit integriertem Netzteil?
Ja, es gibt KNX-Dimmsequenzer mit integriertem Netzteil, zum Beispiel von MDT oder Mean Well. Du schließt nur 230 Volt und KNX an, am anderen Ende den 24-V-LED-Stripe. Diese Kombigeräte sind etwas größer, passen aber noch in die Decke.
Fachlich geprüft von Lukas Stache, Projektleiter bei CASAIO.

Jana Wilke leitet die Redaktion bei CASAIO und ist Co-Autorin des Buches „Dein Weg zum Smart Home“ sowie des zugehörigen Arbeitsbuches „Dein Smart-Home-Planer“. Als ausgebildete Lehrerin mit Hauptfach Germanistik liegt ihre Stärke darin, komplexe Smart-Home- und KNX-Themen verständlich aufzubereiten, damit Bauherren ihr Projekt mit einem klaren Plan angehen können.









